Maintal – Daten und Fakten

Maintal. Das sind rund 40.000 Einwohner in vier Stadtteilen. Maintal, das ist die zweitgrößte Stadt im Mainz-Kinzig-Kreis, direkt an der Grenze zur Stadt Frankfurt. Die Stadt Maintal gibt es seit 1974, sie entstand aus der Stadt Dörnigheim und den Gemeinden Bischofsheim, Hochstadt und Wachenbuchen. Heute ist man stolz darauf, sich als eigenständige Kommune behauptet zu haben, trotz der Nähe zu Frankfurt und Hanau. Die vier Stadtteile sind zusammengewachsen. Es gibt heute so etwas wie ein „Maintal-Bewußtsein“ bei den Bürgern und Bürgerinnen.
Maintal hat einen eigenen Charakter. Es liegt zwischen Stadt und Land, verbindet die Vorzüge beider Regionen. So ist es gelungen, den ländlichen Charakter von Hochstadt und Wachenbuchen zu erhalten und um die Infrastruktur einer aufstrebenden Kommune zu bereichern. Viele Kilometer Rad- und Wanderwege erschließen die Landschaft. Wald und Naturschutzflächen dienen der Naherholung. Sie machen immerhin fast ein Fünftel der gesamten Gemarkung aus.
In Maintal gibt es ca. 12.000 Arbeitsplätze. Maintal ist für ansiedlungswillige Betriebe interessant, denn durch eine behutsame vorausschauende Ansiedlungspolitik wurde eine Vielfalt von Gewerben angesiedelt und eine verkehrstechnische Überlastung der Stadt vermieden.
Maintal liegt an den verkehrstechnischen Schlagadern des Rhein-Main-Gebietes: An der Wasserstraße Main, an der wichtigsten Bahnlinie Frankfurt/Main – Nürnberg, an der S-Bahn und an der Autobahn A 66. Der Flughafen Frankfurt ist schnell erreichbar, von hier aus öffnet sich das Tor zur Welt. Maintal hat im Rahmen des RMV einen innerstädtischen Busverkehr mit Direktanschluß an die U-Bahn in Frankfurt.
Maintal, das heißt Vielfalt. Jeder Stadtteil hat einen eigenständigen Charakter, überall bemüht sich ein aktiver Einzelhandel um ein lückenloses Warenangebot. Bürgernähe und Anpassung an die örtlichen Gegebenheiten, dies ist auch das Ziel der Kommunalverwaltung. In jedem Stadtteil gibt es einen Stadtladen zur Erledigung der gängigsten Bürgeranliegen.
Modellcharakter hat die Stadt Maintal im Bereich der Kinderbetreuung. Gezielt unterstützt werden private Initiativen und freie Träger. Unbürokratisch, kreativ und flexibel werden hier Angebote geschaffen, die den Bedürfnissen der modernen Familie entsprechen.
Breitgefächert ist auch das Schulangebot. Es gibt sechs Grundschulen in allen Stadtteilen, eine integrierte Gesamtschule, eine Haupt- und Realschule, ein Gymnasium und zwei Sonderschulen. Erklärtes Ziel der städtischen Politik ist und war es, alle Schulsysteme für Maintaler Kinder und Jugendliche anzubieten. Bundesweite Anerkennung hat sich auch die Bundesfachschule für Kälte- und Klimatechnik erworben, die in Bischofsheim ansässig ist. Hier kann ein Ingenieur-Studium aufgenommen werden.
Auch die ärztliche Versorgung ist umfassend. Unterstützt wird die Niederlassung von Fachärzten in allen vier Stadtteilen. Kliniken sind im Notfall schnell zu erreichen, auch ein ärztlicher Notdienst ist in Maintal angesiedelt. Für einen geruhsamen Lebensabend unter medizinischer Betreuung ist im städtischen Altenwohnheim gesorgt. Auch in diesem Bereich unterstützt die Stadt Maintal die vielfältigen Initiativen von Vereinen, Kirchen und Verbänden. Nicht nur für die Jugend, sondern auch für die Senioren gibt es eine Vielzahl von Angeboten. Geplant ist eine Einrichtung der stationären Altenhilfe im Kleeblattsystem in den vier Stadtteilen.
Maintal, das heißt Vielfalt auch im Freizeitbereich. Es gibt Sportplätze in allen Stadtteilen, zahlreiche Vereinsanlagen und das Maintaler Hallen- und Freischwimmbad. Gelegenheiten zum Breitensport sind reichlich vorhanden. Es gibt 165 Vereine in Maintal, die über 20 Sportarten anbieten.
Kultur ist ein Stück Lebensqualität. In Maintal hat sich ein dynamisches Kulturleben entfaltet. Den Mittelpunkt bildet das Historische Rathaus im Stadtteil Hochstadt. Das historische Gebäude bietet den Rahmen für vielfältige Veranstaltungen, wie Ausstellungen von zum Teil überregionaler Bedeutung, Konzerte und Lesungen.
Darüberhinaus organisiert die Volksbühne Auftritte bekannter Schauspieler im Bischofsheimer Bürgerhaus.
Breit ist auch das Angebot der Maintaler Kulturvereine. Sie nehmen sich der musischen Frühförderung der Kinder an, veranstalten Kurse für die breite Öffentlichkeit und tragen auf die vielfältigste Art und Weise zu einer lebendigen und bunten Kulturszene in Maintal bei.
Maintal, das heißt Vielfalt in einer Stadt, die die Lebensqualität von Stadt und Land in sich vereint. In Maintal ist man sich bewußt, daß Leben und Kultur zweierlei bedeutet: Besinnung auf die eigene Identität und Offenheit für neue Impulse. Dies macht Maintal zu einer dynamischen Stadt, die sich ihre Eigenständigkeit bewußt und offen für die Zukunft in einer überaus lebendigen Region ist.

Partnergemeinden
Moosburg, Kärnten in Österreich: ca. 15 km von Klagenfurt gelegen, ist ausschließlich auf Fremdenverkehr eingerichtet. Die Gemeinde hat ca. 3.500 Einwohner.
Luisant, Frankreich: hat ca. 7.000 Einwohner und liegt unmittelbar vor den Toren Chartres und ca. 80 km südwestlich von Paris. Luisant ist ein typisch französisches Arbeiterstädtchen und trägt damit der industriellen Entwicklung dieses Gebietes bei.
Esztergom, Ungarn: hat ca. 32.000 Einwohner, 60 km von Budapest entfernt, am Donauknie gelegen, wird auch das „ungarische Rom“ genannt. Es gibt zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten. Die Basilika mit Schatzkammer ist die größte Kirche Ungarns.
Katerini, Griechenland: ca. 60 km südlich von Thessaloniki hat ca. 60.000 Einwohner und liegt in malerischer Landschaft zwischen den Städten des Thermaischen Golfes und dem Sitz der Götter, dem Olymp. Riesige Kiwi-Plantagen und große Olivenhaine prägen die Landschaft.

Zur Geschichte der Stadt Maintal

Maintal ist keine gewachsene Stadt und hat deshalb keinen zentralen Stadtkern, da sich hier vier selbständige Ortschaften zu einer Stadt vereinigt haben.
Am 1. Juli 1974 wurden die Stadt Dörnigheim und die bis dahin selbständigen Gemeinden Bischofsheim, Hochstadt und Wachenbuchen zur Stadt Maintal zusammengeschlossen.
Die genannten Städte befanden sich damals im Landkreis Hanau, der ebenfalls 1974 aufhörte zu existieren, denn er wurde mit den Landkreisen Gelnhausen und Schlüchtern zum Main-Kinzig-Kreis zusammengefaßt.
Dörnigheim
Die erste urkundliche Erwähnung von Dörnigheim erfolgte im Jahre 793. Damals schenkte ein gewisser Wolfbodo dem Abt des Benediktinerklosters Lorsch u.a. alles Gebiet, das im Maingau „Turincheim“ liegt. Diese Urkunde wird im Archiv in München aufbewahrt.
Nach einer Schenkungsurkunde von Kaiser Heinrich dem IV. von 1064 und einer Bestätigung von 1366, in der sieben namentlich aufgeführte Dörnigheimer Schöffen das Eigentumsrecht in und an Dörnigheim bestätigt haben, gingen die Eigentumsrechte an den Benediktinerorden des St. Jakobsklosters in Mainz über.
Durch eine Rienecke-Erbschaft ging im Jahre 1333 das Vogteirecht in Dörnigheim an die Hanauer Grafen. Diese schickten sich an, das Vogtrecht allmählich in ein Eigentumsrecht zu verwandeln. Der daraus entstehende Streit zwischen den Grafen von Hanau und der Abtei in Mainz um das Hoheitsrecht in Dörnigheim wurde gerichtlich nie entschieden. Dieser Streit wurde erst im Jahre 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluß beendet. Durch diesen formalen Akt wurden alle geistlichen Güter in Deutschland säkularisiert, was nichts anderes bedeutet, als daß sie einem weltlichen Besitzer übergeben wurden. Wer nun denkt, daß Dörnigheim für immer bei Hanau geblieben wäre, täuscht sich. Die Eigentumsrechte gingen im Jahre 1866 von Hanau über Kurhessen an die preußische Hoheit über und blieben dort bis zum Ende des 2. Weltkrieges 1945.
Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde der Staat Preußen verboten und aufgelöst. Seitdem gehört Dörnigheim zu dem in dieser Form neugegründeten Bundesland Hessen.
Bischofsheim
Bischofsheim wurde das erste Mal im Jahre 880 urkundlich erwähnt. Am 1.9.852 schenkte Ludwig der Deutsche der Salvatorkapelle in Frankfurt unter anderem die Kapelle von Bischofsheim. Karl der III. bestätigte diese Schenkung in einer heute noch erhaltenen Urkunde im Jahre 882.
Da Bischofsheim zur Reichsgrafschaft Bornheimer Berg gehörte und damit Reichsgut war, hatten die Einwohner nur dem König gegenüber ihren Zins zu entrichten. Im Jahre 1500 wurde Bischofsheim vom Grafen von Hanau gegen das ehemalige Dorf Offenbach getauscht.
Durch eine Feuerkatastrophe im Jahre 1538 wurde Bischofsheim völlig zerstört und mußte zum größten Teil an einer anderen Stelle neu errichtet werden. Zwei Wassergräben und ein dazwischenliegender Wall schützten Bischofsheim notdürftig gegen Feinde. Die Zugänge wurden durch zwei Pforten und zwei Tore ermöglicht.
Das älteste Bauwerk von Bischofsheim ist die evangelische Kirche. Dieses Gebäude ist wahrscheinlich das einzige, das den 30-jährigen Krieg überstand, obwohl Bischofsheim überfallen und gebrandschatzt wurde.
Hochstadt
Die erste urkundliche Erwähnung von Hochstadt ergibt sich aus einer Schenkungsurkunde des Jahres 819.
Zum Schutz der Bevölkerung wurde im 14. Jahrhundert um Hochstadt ein Ringmauer errichtet, nachdem die zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen in der nachfolgenden Zeit das Leben des Ortes und der Bürger bedrohten. Diese Ringmauer ist im Nordteil noch sehr gut erhalten.
Im Jahre 1589 wurden eine Unter- und eine Oberpforte errichtet. Der Zugang zu Hochstadt war nur durch diese beiden Tore möglich. Die Unterpforte wurde im Jahre 1874 abgebrochen. Das Obertor ist heute jedoch noch erhalten.
Unmittelbar im Süden von Hochstadt lag die Ortschaft Großschlag. Dieses Dorf wurde im 30-jährigen Krieg völlig zerstört. Die Straße „Zum Großschlag“ erinnert noch heute an diese Ortschaft.
Entlang des Hanggebietes zwischen Bergen, Bischofsheim und Hochstadt wurde bis zur Jahrhundertwende Weinbau betrieben, den man dann durch Obstbäume ersetzte. Maintal mit seinen Stadtteilen ist der Mittelpunkt der „Hessischen Apfelweinstraße“. In Hochstadt befindet sich die größte Apfelweinkelterei Deutschlands.
Wegen seiner herrlichen Fachwerkbauten wird Hochstadt oftmals „das Rothenburg des Main-Kinzig-Kreises“ genannt.
Wachenbuchen
Wachenbuchen wird bereits 798 als „Bucha“ urkundlich erwähnt. Die urkundliche Bezeichnung des Jahres 1243 „Wagghenbuche“ kommt dem heutigen Namen schon sehr nahe. Wachenbuchen war Eigentum der Herren von Hanau, deren Vorfahren hier eine kleine Wasserburg hatten. Der Standort dieser kleinen Wasserburg ist heute ein Naturschutzgebiet, das bezeichnender Weise „An der Burg“ genannt wird. Diese Burg wurde vermutlich im 6. Jahrhundert gebaut.
Das alte Rathaus, in dem heute eine Bücherei untergebracht ist, wurde im 16. Jahrhundert errichtet. Das Wappen über dem Aufgang weist auch heute noch auf die Zugehörigkeit Wachenbuchens zur Grafschaft Hanau hin. Wie man dem Kirchengebäude ansieht, ist es eine ehemalige Wehranlage aus dem 15. Jahrhundert. Sie ist mit einer festen Mauer umgeben, die mit der Ortsbefestigung verbunden war. Der Kirchturm aus dem Jahre 1437 hat Fenster, die stark an Schießscharten erinnern.
Die Vorfahren des Dichters Emanuel Geibel wohnten im Geibelhaus, das im 18. Jahrhundert gebaut wurde. In seinem Gedicht „Aus alter und neuer Zeit“ schrieb Emanuel Geibel unter anderem „Mein Stammhaus steht im Frankenland im Dorf zu Wachenbuchen“.
Quelle: Infobroschüre der Stadt Maintal, Fotos: Herbert Oberheim