HEIMAT-MUSEUM
MAINTAL e.V.
Hauptstraße 9
63477 Maintal-Hochstadt
Vorsitzende Ursula Pohl
Telefon (0 61 81) 4 66 95
Öffnungszeiten: Jeden 1. Sonntag im Monat 15.00 bis 18.00 Uhr
und zu besonderen Anlässen wie. z.B. Rathausfest, Straßenfesten,
Weihnachtsmarkt und Sonder-Ausstellungen
Apfelwein-Gaststube Schuster-Werkstatt
Handwerker-Zimmer
Hobelbank mit Zubehör
Dörnigheimer Kirchturmspitze
(gleichzeitig ist der Hahn
das Symbol des Museums)
und Uhrwerk mit Anschauungstafel
Wäschezimmer
Schlafzimmer mit Kinderwagen Küchenecke mit Eisschrank
Schlendert man durch den historischen Ortskern von Hochstadt mit seinen gut erhaltenen und herausgeputzten Fachwerkhäusern, die von der wohl situierten ländlichen Bevölkerung vergangener Jahrhunderte Zeugnis ablegen, so fällt der Blick unwillkürlich auf das ehemalige Pfarrhaus, ein Steinhaus aus dem Jahre 1862, an dem das silberglänzende Museumsschild angebracht ist. In diesem Haus mit der Nr. 9 gegenüber der evangelischen Kirche und unmittelbar hinter dem Obertor befindet sich seit Mai 1997 das MAINTALER STADTMUSEUM.

Die Anfänge
Der Gedanke, in einer mittelgroßen Stadt wie Maintal mit rund 40.000 Einwohnern trotz der Nähe zu Hanau und Frankfurt mit deren übergroßem Angebot ein Museum einzurichten, entstand schon im Jahre 1985. Damals fand sich eine kleine Schar von Bürgern sowie Vertreter aller politischen Parteien Maintals berufen, wertvolles Kulturgut, das bisher in andere Museen abwanderte oder auf Flohmärkten verschleudert wurde, den nachfolgenden Generationen zu erhalten. Bereits am 13. November 1985 wurde der Trägerverein HEIMAT-MUSEUM MAINTAL e.V. gegründet. Eine der Mitbegründer der ersten Stunde war Walburga Edeling-Teves, die auch anfangs den Vorsitz führte.
Eines der Ziele, denen sich die Gründungsmitglieder verschrieben hatten, war neben der Wahrung historischen Erbes die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten für die mittlerweile zusammengetragenen Gegenstände aus dem Alltags- und Erwerbsleben der Bewohner aller vier Stadtteile, die in Wachenbuchen und Hochstadt in Privathäusern zwischengelagert waren.
Nach mehreren Rückschlägen war es am 24. Mai 1997, also 12 Jahre nach der Vereinsgründung, endlich so weit: in Anwesenheit des damaligen Bürgermeisters Rohrbach und des städtischen Kulturdezernenten Begemann wurde das Museum im 1. Stockwerk des ehemaligen Pfarrhauses und späteren Standesamtes eröffnet. Zuvor hatten die Aktiven des Vorstandes, allen voran der damalige Vorsitzende, Lokalhistoriker Peter Heckert, die Räume hergerichtet und mit Pinsel, Hammer und Bohrmaschine viel Schweiß vergossen.
Leider war die Stadtverwaltung nicht bereit, das ganze Haus zur Verfügung zu stellen, sondern bestand darauf, daß im Parterre die Hochstädter Stadtteilbücherei Einzug hielt. So konnten insbesondere die schweren Handwerksmaschinen und Apfelweinpressen, nicht ausgestellt werden. Sie wurden in den Keller verbannt.

Die dargebotenen Exponate
In erster Linie werden handwerkliche Geräte, Gegenstände der bäuerlichen Wohnungsausstattung und allerlei Gerätschaften für die Herstellung von Wein bzw. Apfelwein gezeigt. Das Thema Apfelwein stellt darüber hinaus den Schwerpunkt des Museums dar, schließlich besitzt Maintal bemerkswerte Streuobstwiesen und zwei bedeutende Apfelweinproduzenten, einer davon mit europaweitem Renommee.
In einem der schönsten Räume mit Blick auf die Hochstädter Hauptstraße befindet sich auch eine nachgestellte Apfelweinstube mit stilechtem Mobiliar, vielen Krügen und alten Gläsern. In einem weiteren Raum, dem sogenannten Handwerkszimmer, befindet sich eine komplette Schusterwerkstatt, eine Sattler- und Küferausrüstung mit Hobelbank und Geräte für Waldarbeiter und Holzfäller.
Schließlich ist ein Wäschezimmer mit vielerlei Zubehör für die mühsamen Waschtage der früheren Generationen eingerichtet, ein Schlafzimmer mit Original-Kinderwagen und eine Küche mit Kohleherd und Eisschrank, im Anfang des 20. Jahrhunderts im Gebrauch.
Aus den einzelnen Stadtteilen wurden erhaltenswerte Einzelstücke zusammengetragen wie Kirchturmuhr und -hahn von Dörnigheim, Ortsschild und Fahne aus Wachenbuchen und vieles mehr.

Vereinsinterna
Dem Verein HEIMAT-MUSEUM MAINTAL gehören zur Zeit 52 Mitglieder an (Stand November 2001). Der Vorstand, bestehend aus der Vorsitzenden Ursula POHL, der Kassiererin Karin SALZMANN, der Schriftführerin Ursula HERTSCH und den Beisitzern Elke KAAS, Inge WOLF und Norbert MANKEL, bemüht sich redlich um Verstärkung und appelliert an alle Maintaler, dem Verein beizutreten und reine kulturelle Arbeit zu unterstützen. Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt ab 1. Januar 2001 EUR 20,– für Erwachsenen und EUR 3,– für Schüler. Die Stadt Maintal unterstützt das Museum lediglich im Hinblick auf die Unterhaltung der Räume und die Übernahme der laufenden Kosten wie Strom und Heizung.

Museum im Wandel
In regelmäßigen Abständen veranstaltet der Vorstand Sonderschauen, um die Attraktivität dieser musealen Einrichtung zu steigern und einen weiteren Besucherkreis anzulocken. Neben den Wanderausstellungen des Wiesbadener Landesamtes für Denkmalpflege über Raubgrabungen, ünd die Keltenfürstenausgrabungen am Glauberg erweckten jeweils die farbenfrohen Weihnachtsausstellungen besondere Aufmerksamkeit. Bisher wurden in der Adventszeit schon historische Puppen, Puppenhäuser, Nußknacker, Räuchermännchen, Weihnachtsengel und Spielsachen gezeigt. Auf reges Interesse stießen auch die Schau jüdischer Kultgegenstände, die Präsentation historischer Brillen aus zwei Jahrhundertenund Bügeleisen, jeweils aus Privatbesitz.

Ausflüge zu kulturhistorischen und archäologisch sehenswerten Stätten
Generell dreimal im Jahr veranstaltet der Verein Exkursionen in die nähere und weitere Umgebung. Meist sind es eine Ganztagsfahrt und zwei Halbtagsexkursionen. Ziel und Zeitpunkt der Exkusionen werden jeweils im Tagesanzeiger veröffentlicht.